Wednesday, 27 August 2008

Aversion Nr. 1: Alkoholismus

Im Grunde genommen lassen sich meine Aversionen gegenueber dem Koenigreich in drei Kategorien zusammenfassen:

1. Alkoholismus
2. Standard- und Niveaulosigkeit
3. Unreinheit

Auf all diese Themen werde ich hier wohl immer und immer wieder zurueck kommen (viele von euch kennen das ja schon...), aber nun probier' ich's mal mit einer Einfuhrung der Nummer 1: Alkohol.

Alkohol war ja schon immer eher uninteressant fuer mich; ich war in meinem Leben noch nie betrunken und ich lege auch keinen Wert auf diese Erfahrung. Beschwippst hier und da, ja klar, das macht Spass - den anderen meist mehr als mir ;). Ich erinnere mich da besonders an eine Person aus meiner fruehen Jugendzeit, die mir so gern Martini D'oro gekauft hat, nur um mich lachen zu sehen (und das, obwohl diese Person selbst keinen Alkohol trinkt...).

Hier auf der Insel ist es mir aber regelrecht unmoeglich, eine neutrale Einstellung zum Thema Alkohol zu behalten. Jedes Wochenende findet hier im Koenigreich ein Kollektivbesaeufnis statt, das seinesgleichen sucht. Ab Freitag Mittag fliesst der Alkohol in Stroemen. Gegen fruehen Abend sind dann die meisten schon sternhagelvoll: Vor den Pubs wird gegroelt und uriniert was das Zeug haelt und auf den Gehwegen vor den Bars und Clubs sitzen die Maedels (meist uebergewichtig und unterbekleidet) neben einem Sammelsurium von Erbrochenem. Diese Schau wiederholt sich Samstag und Sonntag - Briten jeden Alters, Geschlechts und Standes besaufen sich bis zur Unkenntlichkeit.

Man kann das kaum glauben, wenn man es nicht mit eigenen Augen immer und immer wieder sieht. Aber hier kommt nun endlich der Beweis: Die Briten und ihr Alkoholkonsum haben es bis in die New York Times geschafft. Ein Urlaubsbericht (jetzt lesen!) zwar, aber in den hiesigen Zeitungen wuerde man auch vergeblich nach kritischen Berichten suchen. Alkoholkonsum ist hierzulande doch nicht wirklich ein Problem (Und wenn die Schotten die hoechste alkoholbedingte Sterberate Europas haben, dann kann das die Englaender doch nicht stoeren. Wie Eddie Izzard schon wusste: "Ah, help yourself! We've been trying to kill you for ages!"). Obwohl ich auch die BBC zitieren sollte: Berichte wie diese (jetzt lesen!) finde ich traurigerweise nicht im mindesten verwunderlich und noch weniger zum lachen.

Mittlerweile bin ich davon ueberzeugt, dass meine eigene Alkoholunvertraeglichkeit im wesentlichen dazu beitraegt, dass ich meine britischen Freunde an einer Hand abzaehlen kann. Freundschaften werden hier im Pub geschlossen. Ich kann da einfach nicht mithalten! Weder monetarisch noch physisch! Wenn ich mit fuenf Briten in den Pub gehe, muss ich mir ueberlegen, ob ich a) 5 Runden Alkohol aushalte (natuerlich nicht!) und b) ob mein mageres Stipendium fuer fuenf alkoholische Getraenke bezahlen kann (natuerlich nicht!). Leider ist es dann fuer mich auch ausgeschlossen, nach Runde vier im Arm meines Nachbarn zu haengen und mit dem Einsatz meines ganzen Koerpers Freundschaft zu schliessen... . Na dann Prost!

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